PSD2-Richtlinie: Jeder Zweite in Deutschland befĂŒrwortet die Zwei-Faktor-Authentifizierung
Laut GfK-Studie besteht aber weiterhin dringender AufklÀrungsbedarf: Die HÀlfte der Bevölkerung ist sich nicht bewusst, dass die neue EU-Regelung die Sicherheit bei Online-Zahlungen erhöht
Oktober 2020 â Am 31. Dezember dieses Jahres endet die Frist fĂŒr die Umsetzung der PSD2-Richtlinie zur Starken Kundenauthentifizierung. Laut dieser EU-Richtlinie mĂŒssen Kunden bei Kartenzahlungen im Internet ihre IdentitĂ€t ab dem 1. Januar 2021Â ĂŒber mindestens zwei der folgenden Faktoren belegen: Besitz (z.B. Mobiltelefon), Wissen (z.B. Passwort oder PIN) und InhĂ€renz (z.B. Fingerabdruck oder Gesichtserkennung). Die Eingabe der Kartendaten, des Ablaufdatums und der PrĂŒfziffer ist dann nicht mehr ausreichend. Die PrĂŒfung zweier voneinander unabhĂ€ngiger Sicherheitsmerkmale macht Bezahlungen im Web oder in Apps sicherer und schĂŒtzt Verbraucher zusĂ€tzlich vor Betrug.
Insbesondere JĂŒngere befĂŒrworten die zusĂ€tzliche Absicherung von Online-Zahlungen
Wie eine aktuelle reprĂ€sentative Umfrage der GfK im Auftrag von Mastercard belegt, gewinnt die Starke Kundenauthentifizierung, auch als Zwei-Faktor-Authentifizierung bekannt, kurz vor der endgĂŒltig verbindlichen EinfĂŒhrung an Akzeptanz.[1] Im Vergleich zum vorherigen Jahr, in dem die GfK eine Ă€hnliche Umfrage durchfĂŒhrte, sagen nun 50 Prozent der Befragten, dass sie die Regelung gut finden. Das sind fĂŒnf Prozentpunkte mehr als 2019. 49 Prozent glauben, dass ihre Online-Zahlungen durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung sicherer werden. Besonders die JĂŒngeren (18- bis 29-JĂ€hrigen) bringen mit 62 Prozent der starken Authentifizierung viel Vertrauen in Bezug auf Sicherheit entgegen. Gleichzeitig sinkt die Anzahl der Personen, die die Regelung negativ bewerten, um acht Prozentpunkte auf 25 Prozent. Weitere 25 Prozent wissen nicht, wie die Richtlinie zu bewerten ist. Die Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Online-Einkauf ist seit dem vergangenen Jahr nur leicht angestiegen. 38 Prozent der Deutschen nutzen sie bereits, wenn sie online oder in Apps zahlen. Das Potenzial ist allerdings viel gröĂer: Immerhin 16 Prozent nutzen die Zwei-Faktor-Authentifizierung immer, wenn möglich, und weitere 64 Prozent wĂŒrden sie verwenden, wenn die Vorteile fĂŒr sie erkennbar sind und die Nutzung einfach ist. Nur neun Prozent lehnen die Zwei-Faktor-Authentifizierung gegenwĂ€rtig grundsĂ€tzlich ab.
Verbraucher wollen eine Kombination von sicheren und einfachen Lösungen
Die GfK-Umfrage spiegelt auch wider, dass sich Verbraucher beim Online-Einkauf eine Kombination aus sicheren und bequemen Bezahllösungen wĂŒnschen. Sicherheit bleibt weiterhin der wichtigste Faktor: Knapp zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) betonen dies. Fast ebenso viele (64 Prozent) sehen den groĂen Vorteil von Kartenzahlungen im Internet darin, dass sie im Betrugsfall ihr Geld zurĂŒckerstattet bekommen, da sie als Karteninhaber fĂŒr unautorisierte Zahlungen nicht verantwortlich sind.
Gleichzeitig wollen 50 Prozent, dass die Online-EinkĂ€ufe möglichst einfach sind, bei den 18- bis 29-JĂ€hrigen sind es sogar 57 Prozent. Auch die Schnelligkeit wird immer wichtiger, inzwischen sind es 38 Prozent (plus zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 2019), die so schnell wie möglich online einkaufen wollen; bei den 18- bis 29-JĂ€hrigen sind es bereits 52 Prozent. Dazu passend gaben 41 Prozent an, dass sie es als besonders störend empfinden, wenn sie beim Bezahlen zu viele Informationen eingeben mĂŒssen. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) Ă€rgert sich, wenn sie sich erst einmal registrieren mĂŒssen, bevor sie die Waren bezahlen können.
Carsten MĂŒrl, Director Product Management bei Mastercard Deutschland und Schweiz, sagt: âVerbraucher wollen Lösungen, die sicher und zugleich bequem sind. Die Starke Kundenauthentifizierung sorgt dafĂŒr, dass Online-Zahlungen noch besser abgesichert sind. Gleichzeitig gibt es mit EMV 3D Secure einen neuen Branchenstandard, der die Anforderungen der Richtlinie erfĂŒllt und ein weiterhin nahtloses Zahlungserlebnis ermöglicht, das fĂŒr die Verbraucher einfach zu nutzen ist und die Abbruchquote bei HĂ€ndlern im Check-out reduziert. Jetzt gilt es, dass Online-HĂ€ndler die Lösungen rechtzeitig implementieren und die Kartenherausgeber ihre Kunden ĂŒber die neue Richtlinie aufklĂ€ren und informieren. Dann steht auch im neuen Jahr einem reibungslosen Online-Einkauf nichts im Wege.â
Fast 40 Prozent authentifizieren sich am liebsten mit biometrischen Merkmalen
Verbraucher, die die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen, weisen sich bevorzugt mit ihren biometrischen Daten aus, wenn sie die Wahl haben. 30 Prozent bestĂ€tigen ihre Zahlung am liebsten durch ihren Fingerabdruck auf dem Smartphone, neun Prozent (plus zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 2019) nutzen die Gesichtserkennung. 43 Prozent geben noch am liebsten eine PIN oder TAN ein, die PrĂ€ferenz hat aber im Vergleich zu 2019 stark nachgelassen (minus sechs Prozentpunkte). Die steigende Akzeptanz von biometrischen Authentifizierungen ist auch bedingt durch den Anstieg der Zahlungen per Smartphone oder Smartwatch. Ein wachsender Teil der Deutschen zahlt kontaktlos und mobil und ist es dadurch gewohnt, sich regelmĂ€Ăig biometrisch auf dem GerĂ€t zu authentifizieren. Die GfK-Umfrage gibt Hinweise, wie wichtig das Smartphone inzwischen als Zahlungsmittel geworden ist, auch ĂŒber das Bezahlen im stationĂ€ren Handel hinaus. So hat ein Drittel der Deutschen (33 Prozent) schon mit einem mobilen Bezahldienst innerhalb einer App bezahlt; sei es, um eine Reise zu buchen, Essen zu bestellen oder Spiele zu kaufen, ein weiteres Drittel (32 Prozent) kann sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Wer in einer App bezahlt, tĂ€tigt die Zahlung ĂŒberwiegend mit dem Smartphone (85 Prozent), sieben Prozent nutzen vorwiegend ein Tablet, zwei Prozent eine Smartwatch und sechs Prozent nutzen je nach Situation unterschiedliche GerĂ€te.
Umstellung auf Starke Kundenauthentifizierung: Was Verbraucher jetzt beachten mĂŒssen
Die Banken setzen bei der Umstellung auf die Starke Kundenauthentifizierung in der Regel auf das neue EMV 3D Secure-Verfahren. Dieser Branchenstandard sichert digitale Kartenzahlungen ab und ist zugleich fĂŒr die Verbraucher angenehm zu nutzen. Zum Beispiel können sie sich einfach per Fingerabdruck authentifizieren, die umstĂ€ndliche Passworteingabe entfĂ€llt. Mastercard hat mit âMastercard Identity Checkâ eine eigene Lösung fĂŒr digitale ZahlungsvorgĂ€nge entwickelt, welche die Anforderungen der PSD2 und der Starken Kundenauthentifizierung erfĂŒllt.
Debit- und Kreditkarten mĂŒssen in der Regel einmalig fĂŒr das neue Sicherheitsverfahren bei der Bank oder Sparkasse aktiviert werden. Verbraucher sollten daher ihren Kartenherausgeber kontaktieren, um sicherzugehen, dass ihre Karten auch im kommenden Jahr voll funktionsfĂ€hig sind. ZusĂ€tzlich muss eine entsprechende App der Bank auf dem mobilen GerĂ€t installiert werden, damit Zahlungen in der App freigegeben werden können.
Die PSD2-Richtlinie fĂŒhrt aber auch diverse Ausnahmen auf, mit denen sich eine Starke Kundenauthentifizierung umgehen lĂ€sst. So können Verbraucher ihre Online-HĂ€ndler, bei denen sie hĂ€ufig einkaufen und denen sie vertrauen, auf eine Liste âVertrauenswĂŒrdiger ZahlungsempfĂ€ngerâ setzen, die von ihrer Bank oder Sparkasse gefĂŒhrt wird. Wenn ein HĂ€ndler auf der Liste der âVertrauenswĂŒrdigen ZahlungsempfĂ€ngerâ des Kunden steht, sind alle Zahlungen von der Starken Kundenauthentifizierung befreit. Das Interesse der Verbraucher ist vorhanden: Laut der GfK-Studie sagen rund 42 Prozent der Befragten, dass sie diesen Service ihrer Bank nutzen wĂŒrden, fĂŒnf Prozent nutzen ihn bereits, weitere 25 Prozent sind noch unentschlossen.
PSD2-Richtlinie: Jeder Zweite in Deutschland befĂŒrwortet die Zwei-Faktor-Authentifizierung
Die Auswertung der GfK-Studie finden Sie hier.
Ăber Mastercard, www.mastercard.com
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[1] Die reprĂ€sentative Umfrage wurde von Mastercard beauftragt und von der GfK im Zeitraum vom 30. Juli 2020 bis 03. August 2020 durchgefĂŒhrt. Es wurden 1.000 Personen im Alter zwischen 18 und 74 Jahren befragt.
Quelle: Mastercard












