Patrick Upmann

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Schlagwort: ÖPNV

  • Forschungsprojekt zu IT-Sicherheit beschäftigt sich mit Anonymisierung von Mobilitätsdaten

    Forschungsprojekt zu IT-Sicherheit beschäftigt sich mit Anonymisierung von Mobilitätsdaten

    Mobilitätsdaten – 4 Millionen Euro für bessere Mobilität, Mobilität ist ein menschliches Grundbedürfnis. Die Menschen nutzen dabei zum Beispiel den ÖPNV, ihre eigenen Autos und Fahrräder oder gehen zu Fuß. Mobilität muss so organisiert sein, dass begrenzte Ressourcen wie etwa städtischer Raum, Frischluft oder öffentliche Finanzen bestmöglich für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft eingesetzt werden. Das stellt Kommunen derzeit vor Herausforderungen. Eine Maßnahme ist die Förderung sogenannter intermodaler Mobilität, also das Angebot und die Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Verkehrsmittel, um attraktive Alternativen zur ressourcenintensiven Nutzung privater Autos zu bieten. Um die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, benötigen die Kommunen große Mengen an Mobilitätsdaten. Allerding gelten diese als sensible Daten, weil sie Rückschlüsse auf viele Bereiche des persönlichen Lebens erlauben. Erhobene Mobilitätsdaten können demnach nicht ohne Weiteres für Analysen verwendet werden. 

    Erklärbare praxistaugliche Anonymisierungstechniken entwickeln

    Mobilitätsdaten – Diesem Problem widmet sich das neue Forschungsprojekt „Erklärbare Anonymisierung intermodaler Mobilitätsdaten“ (explanym) an der Universität Bamberg. Es wird bis Dezember 2025 mit rund 4 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Forschungsrahmenprogramm der Bundesregierung zur IT-Sicherheit „Digital. Sicher. Souverän.“ gefördert. Das Projekt verfolgt das Ziel, erklärbare Anonymisierungstechniken für Mobilitätsdaten zu entwickeln, sodass keine Rückschlüsse auf das Verhalten Einzelner möglich sind. „Damit können letztlich Verkehrsangebote für Nutzer*innen verbessert und auf ihre Bedürfnisse angepasst werden“, erläutert Prof. Dr. Daniela Nicklas, Inhaberhin des Lehrstuhls für Informatik, insbesondere Mobile Softwaresysteme/Mobilität an der Universität Bamberg. Sie koordiniert das Projekt. 

    Mobilitätsdaten

    Das Projekt bewegt sich in zwei Beispielumgebungen – Klinik und Stadt – und wird Kommunen und der lokalen Wirtschaft ermöglichen, technisch souverän vernetzte Mobilität auf Basis angeschlossener Datenquellen mit optimaler Privatsphäre und einem maximalen Datennutzen realisieren zu können. Außerdem bieten die Projektergebnisse die Möglichkeit, neue Anwendungen für die medizinische Versorgung in Kliniken zu entwickeln, die aufgrund fehlender Anonymisierung von Bewegungsdaten bisher nicht möglich waren. Dabei geht es zum Beispiel darum, Spezialbetten, Krankenhaus-Rollstühle oder Reinigungswägen zu lokalisieren. „In beiden Beispielumgebungen werden in einem Testfeld konkrete Mobilitätsdaten erhoben und verschiedene Varianten von Erklärungen erarbeitet, um die Betroffenen über die Wirkungsweise von Anonymisierungs- und De-Personalisierungstechniken zu informieren“, erläutert Daniela Nicklas. Für die Bamberger Bürger*innen wird vor allem das Jahr 2024 interessant: Dann sind nämlich größere Feldexperimente in der Stadt geplant. Es sollen etwa IT-Kompetenz und die Vertrauensbereitschaft der Bamberger*innen erfasst werden.

    Zahlreiche Projektpartner aus der Region

    Mobilitätsdaten – „Besonders erfreulich ist die hohe Anzahl an Bamberger Projektpartnern“, sagt Daniela Nicklas. Neben ihrem Lehrstuhl und den Lehrstühlen für Privatsphäre und Sicherheit in Informationssystemen sowie Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik sind die Unternehmen Dashfactory, PSOIDO und Safectory beteiligt. Darüber hinaus bringen sich das HTK Hygiene Technologie Kompetenzzentrum, Tochter der Sozialstiftung Bamberg, sowie die Stadtwerke Bamberg ein. Im Rahmen der Smart City Initiative werden daneben die Stadt Bamberg sowie das Bamberger Start-Up wikimove im Projekt assoziiert mitarbeiten. In den kommenden Monaten wird die Universität darüber hinaus im Kontext des Projekts mehrere Stellen ausschreiben. 

    Quelle: Lehrstuhl für Informatik, insbesondere Mobile Softwaresysteme/Mobilität Uni Bamberg

  • Digitale Transformation des ÖPNV steht ganz oben auf der Agenda

    Digitale Transformation des ÖPNV steht ganz oben auf der Agenda

    Öffentlicher Personennahverkehr – Planung, Betrieb, Vertrieb: alles muss digitaler werden.

    Nur noch acht Jahre bis Deutschland auch im Verkehrssektor die europäischen Klimaschutzziele erreicht haben muss. Um dies zu schaffen, ist eine umfangreiche Transformation der Mobilität auf allen Ebenen unausweichlich. Für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Branchenverband des öffentlichen Personen- und Schienengüterverkehrs, ist die konsequente Digitalisierung aller Prozesse dabei ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Dies wird im Rahmen des 2. VDV-Digitalgipfels, der heute als reine Onlineveranstaltung mit über 160 Teilnehmende stattfindet, deutlich.

    Die Branchenvertreter sehen dabei Digitalisierungspotenzial in allen Bereichen: von der Planung bei Bauvorhaben über die Optimierung betrieblicher Prozesse bis hin zu digitalen Angeboten für Fahrgäste. „Die digitale Transformation des öffentlichen Verkehrs erhöht den Komfort und den Nutzen für jede Kundin und jeden Kunden durch individuellere Angebote, einfacheren Ticketerwerb und eine passgerechtere Fahrgastinformation. Auch in den betrieblichen Abläufen, der Wartung und Instandsetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur oder bei der Planung und Durchführung von Baumaßnahmen steckt noch viel Digitalisierungspotenzial für die Branche. Das müssen wir schnellstmöglich angehen und nutzen. Denn mit Blick auf die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor bis 2030 müssen wir schneller werden. Und die Digitalisierung ist dabei ein wesentlicher Faktor für die Umsetzungsgeschwindigkeit und die Wirtschaftlichkeit unserer Projekte““, so VDV-Präsident Ingo Wortmann

    Daniela Kluckert, neue Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, macht zur Eröffnung des 2. VDV-Digitalgipfels deutlich, wo aus ihrer Sicht das größte Digitalisierungspotenzial des öffentlichen Verkehrs liegt: „Wir werden in dieser Legislaturperiode einen Fokus auf alles legen, was mit Daten zu tun hat: Vernetzte und nahtlose Mobilität, digitale Ausweise und Tickets und natürlich das autonome Fahren. Das alles sind Herausforderungen, aber noch größere Chancen. Für den Erfolg müssen alle Akteure zusammenarbeiten. Ich freue mich darauf.“

    Digitale Transformation des ÖPNV steht ganz oben auf der Agenda
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    Datensouveränität als Grundvoraussetzung für attraktive Angebote
    Im Rahmen der Veranstaltung werden unterschiedlichste Themen der Digitalisierung des öffentlichen Verkehrs beleuchtet. Ein Aspekt wird jedoch von fast allen Teilnehmenden als besonders wichtig herausgestellt: die Datensouveränität. Für die VDV-Mitglieder ist ein Wettbewerb um Fahrgäste und Kunden nur gewährleistet, wenn die Verfügbarkeit und Weitergabe von Daten nicht einseitig zu Lasten der öffentlichen Anbieter erfolgt: „Die Verkehrsunternehmen wollen ihren Kunden durchgängige Buchungen ermöglichen und Echtzeitinformationen auch über Fahrzeugauslastungen zur Verfügung stellen. Dies geht aber nur, wenn sie souverän über die Daten entscheiden dürfen und nicht gesetzlich gezwungen werden ihre Daten anderen Marktteilnehmern zur Verfügung zu stellen, die dies im Gegenzug aber nicht tun müssen. Wir benötigen auf allen Ebenen faire Wettbewerbsbedingungen. Denn die digitale Transformation im Verkehr erreichen wir nur, wenn die Verbesserungen der Prozesse den Kundinnen und Kunden der bestehenden Unternehmen zugutekommen“, so Wortmann.

    Digitalisierungsoffensive beim Planen und Bauen
    Als sehr positiv und hilfreich bewertet die Branche die Ziele, die sich die neue Bundesregierung in Sachen Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung im Koalitionsvertrag gesetzt hat. Bei der geplanten Vereinfachung und Verkürzung von Planungsverfahren bei öffentlichen Bauvorhaben, zu denen auch die zahlreichen Projekte im ÖPNV und bei der Schieneninfrastruktur zählen, spielt die Digitalisierung ebenfalls eine zentrale Rolle. Hier gilt es aus Sicht des VDV nun schnell, die guten Ansätze des Koalitionsvertrags umzusetzen. „Für einen raschen Ausbau des Angebots im öffentlichen Verkehr ist eine Digitalisierungsoffensive für Schieneninfrastruktur und kommunales Bauen erforderlich. Hier setzen wir auf das Bundesministerium für Digitales und Verkehr, die Ausstattung und Schulung aller Prozessbeteiligten, wie z.B. Bundes- und Landesbehörden, Verkehrsunternehmen und Kommunen zur Nutzung von standardisierten, kooperativen digitalen Planungswerkzeugen wie Building Information Modeling  zu unterstützen“, so Wortmann abschließend.

    Quelle: VDV