November 2020 â Nachhaltigkeit gewinnt im Online-Modehandel zunehmend an Bedeutung. Die verstĂ€rkte Nachfrage der Kunden nach âgrĂŒnenâ Produkten lĂ€sst dieses Segment wachsen.
Und so setzen sich die Fashion-Unternehmen selbst immer hĂ€ufiger mit den Auswirkungen ihres GeschĂ€fts auf die Umwelt auseinander und versuchen, ihre GeschĂ€ftsmodelle und Produkte im Onlineshop nachhaltig zu gestalten. Doch trotz angepriesener Bio-Baumwolle und Kreislaufwirtschaft stellt sich beim Blick auf das Gesamtsortiment oft die Frage, wie nachhaltig die ergriffenen MaĂnahmen tatsĂ€chlich sind. Um dies herauszufinden, hat das eCommerce Competence Center von Arvato Supply Chain Solutions eine Bestandsaufnahme des deutschen Online-Mode-Handels gemacht und dabei die AktivitĂ€ten von rund 50 Textilmarken und -hĂ€ndlern bewertet.
Die Anzahl der Kunden, die bei ihrem Einkauf einen möglichst geringen CO2-FuĂabdruck hinterlassen wollen, steigt kontinuierlich. Dies gilt auch beim Online-Kauf, wie die stetig steigenden Google-Suchanfragen mit den Schlagworten âNachhaltigkeitâ und ânachhaltige Modeâ belegen. Daher sind immer mehr Fashion-Unternehmen im E-Commerce darum bemĂŒht, sich ein ökologisches Image zu geben. 34 Prozent der untersuchten Textilmarken setzen dabei auf eigene Logos und Slogans, die dem Kunden das Umweltengagement signalisieren und das nachhaltige Produktsortiment kenntlich machen sollen. Diese haben jedoch eine sehr unterschiedliche Aussagekraft ĂŒber die Nachhaltigkeit der Produkte, da eine offizielle Zertifizierung fehlt. Dem gegenĂŒber stellt die Studie eine Ăbersicht der GĂŒtesiegel, die von VerbĂ€nden und Organisationen ausgestellt werden, und wieviel Transparenz diese dem Kunden ermöglichen. Analysiert wird auch, welche ökologischen Standards damit verbunden sind und welchen Anteil diese Siegel in der Branche haben.
Nachhaltige Online-Shops und Produkte
Dass Nachhaltigkeit lĂ€ngst im E-Commerce angekommen ist, spiegelt sich auch in der Struktur der Online-Shops wider. Laut der Untersuchung ist das Thema bereits bei zwei von drei der betrachteten Fashion-Brands ein fester BeÂstandteil der Navigation â allerdings hĂ€ufig mit untergeordneter Relevanz. Nur knapp jedes vierte Fashion-Unternehmen legt einen verstĂ€rkten FoÂkus auf Nachhaltigkeit in der Webshop-Kommunikation und platziert das Thema entsprechend auf der ersten Navigationsebene. In mehr als 60 ProÂzent der FĂ€lle rĂŒckt der Nachhaltigkeitsgedanke bei der ProduktprĂ€sentaÂtion dagegen in den Hintergrund, was vor allem auf den geringen Sortimentsanteil zurĂŒckzufĂŒhren ist. Gleiches gilt fĂŒr Nachhaltigkeit als Filterkriterium, was bislang lediglich bei 30 Prozent der untersuchten Unternehmen angeboÂten wird. Allerdings helfen speziell gelabelte Produktbilder und -beschreiÂbungen dem Kunden dabei, nachhaltige Produkte schnell zu erkennen und zu finden. âBei genauerer Betrachtung fĂ€llt jedoch auf, dass es enorme Unterschiede bei der Informationsdichte gibt, die die UnternehÂmen mit ihren Kunden teilenâ, sagt Franziska Kier, Leiterin des eCommerce Competence Center. âDabei reichen die Aussagen von Greenwashing-Floskeln wie âDies ist ein nachhaltiges Produktâ bis hin zu ausfĂŒhrlichen Material- und Herstellungsbeschreibungen.â
Deutlicher Nachholbedarf beim nachhaltigen Sortiment
Auch wenn sich die Fashion-Unternehmen bei der Kommunikation ihrer NachhaltigkeitsmaĂnahmen sehr geĂŒbt zeigen, gibt es beim Sortiment noch deutlichen Nachholbedarf. Immerhin liegt der Anteil des nachhaltigen Sortiments bei fast jedem zweiten Unternehmen noch unter fĂŒnf Prozent. Lediglich neun Prozent haben einen nachhaltigen Sortimentsanteil von mehr als 25 Prozent, wobei allerdings die wenigsten Artikel offiziell zertifiziert sind. Dabei setzen die meisten Fashion-Brands auf Bio-Baumwolle und recyceltes Polyester und versuchen zudem, innovative und umweltvertrĂ€gliche Fasern bei der Produktion zu nutzen âein GroĂteil von ihnen, so die Untersuchung, hat mindestens eines dieser Materialien in sein Sortiment aufgenommen. Auch alternative Verwertungsstrategien haben in diesem Kontext an Bedeutung gewonnen. WĂ€hrend der Endkunde seine Altkleider frĂŒher einfach im Container entsorgt hat, geht der Trend heute eindeutig in Richtung Re-Commerce. âAuch klassische Retailer und Marken wie Zalando und H&M sind auf den Zug aufgesprungen und bieten ihren Kunden entsprechende RĂŒcknahmeoptionen anâ, erlĂ€utert Franziska Kier. âParallel dazu haben sich sogenannte Fashion-as-a-Service-Modelle im E-Commerce etabliert, die dem Gedanken der Sharing-Economy folgen und BekleidungsstĂŒcke verleihen.â
Aber nicht nur die Herstellung und Entsorgung der Textilien, sondern auch die Logistik bietet groĂes Potenzial, um den Nachhaltigkeitsgedanken zu realisieren. Deshalb wurden in der Studie auch die Nutzung der âgrĂŒnenâ Optionen von KEP-Dienstleistern und Verpackungen unter die Lupe genommen, die bislang nur bedingt genutzt werden. âAuĂer den Fashion-Unternehmen stehen natĂŒrlich auch die Konsumenten in der Verantwortungâ, kommentiert Franziska Kier. âDoch gerade die junge Generation, die das Thema Nachhaltigkeit extrem pusht, ist hier noch sehr ambivalent unterwegs â das zeigt sich unter anderem am Erfolg des Textil-Discounters Primark, der Fast Fashion zu extremen Niedrigpreisen anbietet.â
Die vollstÀndige Analyse steht hier zum Download bereit: https://arva.to/studie-nachhaltigkeit
Ăber Arvato Supply Chain Solutions:
Arvato Supply Chain Solutions ist ein innovativer und international fĂŒhrender Dienstleister im Bereich Supply Chain Management und E-Commerce. In den Bereichen Telecommunication, Hightech, Entertainment, Corporate Information Management, Healthcare, Consumer Products und Publisher trifft jeder Partner auf seinen Industriespezialisten. Rund 15.000 Mitarbeiter arbeiten weltweit an Dienstleistungen und praxisorientierten Lösungen. Mithilfe neuester digitaler Technologien entwickelt, betreibt und optimiert Arvato komplexe globale Supply Chains und E-Commerce Plattformen und wird damit zum strategischen Wachstumspartner seiner Kunden. Arvato verbindet das Know-how der Menschen mit den richtigen Technologien und passenden GeschĂ€ftsprozessen und steigert so messbar die ProduktivitĂ€t und Leistung seiner Partner.
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Quelle: Arvarto Supply Chain Solutions
