Kategorie: Mobility

Die Mobility Industrie ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat durch Innovationen wie autonomes Fahren, vernetzte Fahrzeuge und Mobility-as-a-Service den Weg für eine datengetriebene Zukunft geebnet. Im Zentrum dieser Entwicklung steht die immense Menge an generierten Daten, die das Potenzial haben, die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, zu revolutionieren. Genau hier setzt die Bedeutung der Data Governance ein.

Data Governance gewährleistet, dass die in der Mobility Industrie gesammelten Daten korrekt, sicher und in Übereinstimmung mit rechtlichen Vorschriften verwaltet werden. Sie stellt sicher, dass Datenqualität, Datenschutz und Datenzugriff entsprechend geregelt sind. Dies ist von zentraler Bedeutung, da die Mobility Industrie auf präzise und zuverlässige Daten angewiesen ist, insbesondere bei Anwendungen wie autonomem Fahren, bei denen die Sicherheit der Passagiere auf dem Spiel steht.

Zusätzlich gibt es in der Mobility Industrie besondere Herausforderungen in Bezug auf den Datenschutz. Fahrzeuge, die ständig Daten über ihren Standort, ihre Umgebung und sogar das Verhalten der Insassen übertragen, werfen Fragen zur Privatsphäre der Nutzer auf. Eine effektive Data Governance stellt sicher, dass solche Daten in einer Weise gesammelt und verwendet werden, die die Privatsphäre der Nutzer respektiert und gleichzeitig den Unternehmen ermöglicht, aus diesen Daten einen Mehrwert zu ziehen.

Insgesamt ist die Kombination von Mobility Industrie und Data Governance entscheidend für den Erfolg und die nachhaltige Entwicklung dieses Sektors. Während die Mobility Industrie sich darauf konzentriert, Fortbewegung sicherer, effizienter und komfortabler zu gestalten, stellt die Data Governance sicher, dass dieser Fortschritt auf einer soliden Grundlage von Datenintegrität, Sicherheit und Vertrauen aufgebaut wird.

  • Daten – Continental stärkt mit neuem 4G Dongle die Performance der RVD-Plattform

    Daten – Continental stärkt mit neuem 4G Dongle die Performance der RVD-Plattform

    Daten – Laufende Updates und Zertifizierung für maximale Cybersicherheit

    Daten – Mit seinem neuen 4G Dongle bringt das Technologieunternehmen Continental noch mehr Performance in seine Remote Vehicle Data (RVD) Plattform. Diese ermöglicht den Zugriff auf die Fahrzeugdaten zahlreicher Fahrzeugmarken und -modelle. Der Dongle überträgt im Vergleich zum bluetooth-basierten Vorgänger die Daten nicht nur deutlich schneller, er kann auch mehr Datensätze auslesen und hat eine höhere Rechenleistung. Damit schafft er die Grundlagen für neue Services, die Werkstätten ihren Kunden anbieten können. „Zusätzlich haben wir die Fahrzeugabdeckung der RVD-Plattform nochmals deutlich erhöht. So können Werkstätten die relevanten Daten von über 80 Prozent aller zugelassenen Fahrzeugmodelle in Europa auslesen – und wir erhöhen die Abdeckung noch weiter“, erläutert Dominik Wrede, der die Produktentwicklung im Bereich Diagnose und Services bei Continental leitet. Besonderen Wert legt Continental zudem auf die hohe Qualität der Daten: Das System kann über die frei verfügbaren Standard-Daten aus der On-Board-Diagnoseschnittstelle (OBD) hinaus auch viele herstellerspezifische Informationen auslesen. Werkstätten erhalten damit Zugriff auf Fehlercodes in Fahrzeugherstellerqualität. Deren Beschreibung ist wesentlich präziser als jene aus frei zugänglichen Quellen für Fehlercodes, zudem können mehr Codes aus dem Fehlerspeicher ausgelesen werden. Zu den herstellerspezifischen Daten, die die Plattform zur Verfügung stellt, gehören auch die für Werkstätten besonders relevanten Service- und Inspektionsdaten sowie individuelle Parameter, wie etwa die Batteriespannung oder der Ölfüllstand. Sie geben einen wertvollen Überblick über den Gesamtzustand des Fahrzeugs.

    Effizienter arbeiten und näher am Kunden sein: Daten machen’s möglich

    Daten
    Mehr Fahrzeugabdeckung, mehr Geschwindigkeit, mehr Fahrzeugdaten: der neue 4G Dongle von Continental.

    Ein wichtiger Vorteil der Ferndaten: Sie helfen Werkstätten dabei, ihre Arbeitsprozesse besser zu steuern und damit effizienter zu arbeiten. Denn wer vorab schon weiß, wann und aus welchem Grund ein Fahrzeug in die Werkstatt kommt, kann Termine optimal planen und seine Ressourcen besser einsetzen. So lassen sich anfallende Regeltermine wie zum Beispiel die anstehende Inspektion frühzeitig für Zeiten einplanen, an denen die Auslastung nicht so hoch ist.

    Werkstätten können passend zum anstehenden Service-Termin Zusatzleistungen anbieten, beispielsweise den anstehenden Reifenservice gleich mit übernehmen. Werkstattkunden sparen so wertvolle Zeit. Und dank der Diagnosedaten kann die Werkstatt das genau passende Ersatzteil schon vor der Reparatur bestellen und kann diese schneller abschließen. Außerdem müssen weniger falsch bestellte Teile zurückgesendet werden.

    „Zugang zu Fahrzeugdaten bedeutet besseren und effizienteren Service – und den erwarten die Kunden heute mehr denn je. Mit der RVD-Plattform und dem 4G Dongle steht Werkstätten ein Tool zur Verfügung, mit dem sie im immer härter werdenden Wettbewerb der Werkstätten punkten können“, sagt Peter Wagner, der bei Continental das Geschäftssegment Automotive Aftermarket leitet.

    Flottenmanagement für kleinere PKW-Flotten leicht gemacht

    Daten
    Die RVD-Plattform stellt neben Fehlercodes auch herstellerspezifische Daten wie Service- und Inspektionsdaten sowie individuelle Parameter bereit, etwa den Ölfüllstand.

    Zu den herstellerspezifischen Daten, die die Plattform bereitstellt, gehören zum Beispiel Fahrzeugparameter wie die Zeit bzw. der Kilometerstand bis zur nächsten erforderlichen Wartung. Das macht die Lösung ideal für Werkstätten, die kleinere Flotten betreuen und damit Fuhrparkverantwortlichen helfen können, den Zustand der Fahrzeuge besser zu überblicken und Wartungsintervalle entsprechend zu planen. So lassen sich Standzeiten reduzieren und die Effizienz der Flotte steigern. Zudem haben Kfz-Betriebe die Möglichkeit, anhand der Daten aus dem 4G Dongle den Zustand von Kundenfahrzeugen aus der Ferne zu überwachen und schon früh auf Probleme hinzuweisen, bevor der Kunde mit einer Fahrzeugpanne liegen bleibt.

    Mit dem Gesamtüberblick über die Fahrzeugdaten können Werkstätten Verschleiß und Fehlfunktionen bei Kundenfahrzeugen frühzeitig erkennen, Kunden informieren und Werkstatttermine optimal planen. „Werkstätten können Flottenkunden einen großen Teil des Zeit- und Organisationsaufwands für Reparatur und Wartung abnehmen, beispielsweise, indem sie proaktiv Termine zur Inspektion anbieten, rechtzeitig ein Reparaturfahrzeug bereitstellen oder die notwendigen Ersatzteile bereits vorbestellen“, so Wrede. „Das schafft Vertrauen und stärkt die Kundenbindung.“

    Sichere und leistungsstarke Lösung – dank hoher Standards und regelmäßiger Tests

    Auch in puncto Bedienerfreundlichkeit hat der Dongle Fortschritte gemacht: Er lässt sich ohne App mit dem Auto verbinden und verfügt über eine eigene SIM-Karte, mit der Daten an ein Backend gesendet werden können. Darüber hinaus bietet er durch die aktuellsten Cybersecurity-Technologien ein Maximum an Sicherheit bei der Datenverarbeitung. Regelmäßige Sicherheits-Tests und Updates sorgen dafür, dass die Fahrzeuge mit der aktuellsten Technologie geschützt sind. Auch die RVD-Plattform, die die Daten verarbeitet, wird regelmäßig mit simulierten Hackerangriffen (sogenannten Penetrationstests) getestet und so auf den neuesten Sicherheitsstand gehalten.

    „Fahrzeug- und Datensicherheit gehören zu den Kernkompetenzen von Continental, in dem Bereich haben wir uns in den vergangenen Jahren durch Zukäufe und weitere Investitionen gestärkt – und davon profitiert auch unsere RVD-Plattform. Zudem haben wir als einer der weltweit größten Automobilzulieferer in Jahrzehnten viel Know-how für die Entwicklung von Diagnose- und Konnektivitätslösungen aufgebaut. Darauf bauen wir auch für unser Service- und Diagnoseportfolio für den Aftermarket auf, um uns zukunftssicher aufzustellen“, erläutert Peter Wagner.

    Quelle: Contiental

  • Mobility – Künstliche Intelligenz steuert Ampelanlage

    Mobility – Künstliche Intelligenz steuert Ampelanlage

    Intelligente Ampelsteuerung durch künstliche Intelligenz

    Die Straßen sind chronisch überfüllt, an den Kreuzungen stauen sich die Fahrzeuge. Vor allem in der Rushhour bilden sich lange Warteschlangen. In den Projekten »KI4LSA« und »KI4PED« realisieren Forschende am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Institutsteil für industrielle Automation INA in Lemgo eine intelligente Ampelsteuerung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Selbstlernende Algorithmen sollen in Kombination mit neuer Sensorik künftig für einen besseren Verkehrsfluss sowie kürzere Wartezeiten sorgen und Fußgängern mehr Sicherheit an Ampelkreuzungen bieten.

    Die trainierten Algorithmen ermitteln das beste Ampel-Schaltverhalten, um den Verkehrsfluss zu optimieren, den durch Staus entstehenden Lärm und die CO2-Belastung zu senken.
    © Fraunhofer IOSB-INADie trainierten Algorithmen ermitteln das beste Ampel-Schaltverhalten, um den Verkehrsfluss zu optimieren, den durch Staus
    entstehenden Lärm und die CO2-Belastung zu senken.
    Im Projekt »KI4PED« stehen nicht die Fahrzeuge, sondern Fußgänger im Fokus. Die Personenerkennung und das Tracking wird auf Basis von LiDAR-Daten mittels KI erzielt.
    © Fraunhofer IOSB-INAIm Projekt »KI4PED« stehen nicht die Fahrzeuge, sondern Fußgänger im Fokus. Die Personenerkennung und das Tracking wird auf Basis von LiDAR-Daten mittels KI erzielt.

    Die Fahrt zur Arbeit und nach Hause kann zur Tortur werden. Im Stop-and-go-Modus rollen die Autos von einer überfüllten Ampelkreuzung zur nächsten, vor allem zu Stoßzeiten ist die grüne Welle eine Utopie. Dies wollen Forscherteams am Institutsteil für industrielle Automation INA des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB im Projekt »KI4LSA« ändern. Künstliche Intelligenz soll eine intelligente, vorausschauende Ampelschaltung ermöglichen. Projektpartner sind die Stührenberg GmbH, die Cichon Automatisierungstechnik GmbH, die Stadtwerke Lemgo GmbH sowie die Alte Hansestadt Lemgo (assoziiert) und Straßen.NRW (assoziiert). Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur BMVI fördert das Vorhaben, das im Sommer 2022 endet.

    Aktuelle Ampelsteuerungen sind regelbasiert, die starren Regeln passen nicht auf alle Verkehrssituationen. Zudem bilden die vorhandenen Sensoren – in den Asphalt eingelassene Induktionsschleifen – die Verkehrssituation nur grob ab. Diese Probleme adressieren die Forschenden am Fraunhofer IOSB-INA. Anstelle der herkömmlichen Sensoren implementieren sie hochauflösende Kamera- und Radarsensorik, die das Verkehrsgeschehen präziser erfasst. Die Anzahl der wartenden Fahrzeuge an der Kreuzung kann so spurgetreu in Echtzeit aufgenommen werden. Auch die durchschnittliche Geschwindigkeit der Autos und die Wartezeit werden detektiert. Die Echtzeit-Sensorik wird mit Künstlicher Intelligenz kombiniert, die die starren Steuerungsregeln ersetzt. Die KI verwendet Algorithmen des Deep Reinforcement Learning. Diese Methode des maschinellen Lernens konzentriert sich darauf, intelligente Lösungen für komplexe Steuerungsprobleme zu finden. »Wir haben von der Lemgoer Kreuzung, an der unsere Tests stattfinden, ein realitätsgetreues Simulationsmodell gebaut und die KI in diesem Modell unzählige von Iterationen trainieren lassen. Zuvor haben wir das gemessene Verkehrsaufkommen zur Rushhour in das Simulationsmodell übertragen, sodass die KI mit realen Daten arbeiten kann. Das Ergebnis ist ein per Deep Reinforcement Learning trainierter Agent, ein Neuronales Netz, das die Ampelsteuerung darstellt«, erläutert Arthur Müller, Projektleiter und Wissenschaftler am Fraunhofer IOSB-INA den Ansatz des DRL. Die so trainierten Algorithmen ermitteln das beste Ampel-Schaltverhalten und die beste Phasenfolge, um die Wartezeiten an der Kreuzung zu verkürzen, Fahrzeiten zu senken und den durch Staus entstehenden Lärm und die CO2-Belastung zu senken. Die KI-Algorithmen laufen auf einem Edge-Computer im Schaltkasten an der Kreu-zung. Ein Vorteil: Die Algorithmen lassen sich auf Verbundschaltungen testen, anwenden und skalieren, also auf benachbarten Ampeln, die sich in einem Verbund befinden.

    Große Skalierungseffekte

    Um 10 bis 15 Prozent könnte der Verkehrsfluss durch Künstliche Intelligenz verbessert werden. Zu diesem Ergebnis kamen die Simulationsphasen an der überlasteten Lemgoer Kreuzung, die mit intelligenten Ampeln ausgerüstet wurde. Der trainierte Agent wird in den kommenden Monaten für die weitere Evaluation auf die Straße gebracht, sprich ins Reallabor überführt. Auch der Einfluss der Verkehrsmetriken auf Parameter wie Lärmbelästigung und Abgasemissionen wird berücksichtigt. Eine Hürde stellt dabei die unvermeidbare »Simulation-to-reality-gap« dar. »Die Annahmen zum Verkehrsverhalten in der Simulation stimmen nicht 1:1 mit der Realität überein. Dementsprechend muss der Agent angepasst werden«, sagt Müller. »Gelingt dies, ist der Skalierungseffekt enorm, bedenkt man die große Anzahl an Ampeln allein in einer Stadt wie Lemgo.«

    Die EU beziffert den durch Staus verursachten wirtschaftlichen Schaden auf 100 Milliarden Euro jährlich für die Mitgliedsstaaten. KI-Ampeln sind laut Müller eine Möglichkeit, die vorhandene Infrastruktur effizienter zu nutzen. »Weltweit sind wir die ersten, die die Ampelsteuerung per Deep Reinforcement Learning unter realen Bedingungen testen. Wir setzen auf den Vorbildcharakter unseres Projekts«.

    Intelligente Lichtsignalanlagen (LSA) für Fußgänger

    Im Projekt »KI4PED« stehen nicht die Fahrzeuge, sondern Fußgänger im Fokus: Gemeinsam mit der Stührenberg GmbH und den assoziierten Partnern Straßen.NRW, Stadt Lemgo und Stadt Bielefeld entwickelt das Fraunhofer IOSB-INA bis Ende Juli 2022 einen innovativen Ansatz zur bedarfsgerechten Steuerung von Fußgängerampeln. Besonders vulnerable Personen wie Ältere oder Menschen mit Handicap sollen davon profitieren. Ziel ist es, Wartezeiten zu verkürzen und die Sicherheit an Ampelkreuzungen durch längere Überquerungszeiten zu erhöhen. Denn aktuellen Studien zufolge sind die Grünphasen für diese Personengruppen zu kurz. Die derzeit installierten Taster, meist kleine gelbe Kästchen, liefern weder Informationen über die Anzahl noch das Alter oder gar das Gebrechen der Passantinnen und Passanten. Durch die Implementierung von KI in Kombination mit hochauflösenden LiDAR-Sensoren wollen die Projektpartner den Prozess automatisieren und die Überquerungszeiten automatisch an die Bedarfe der jeweiligen Fußgänger anpassen und abstufen. Die Personenerkennung und das Tracking wird auf Basis von LiDAR-Daten mittels KI erzielt und in einem eingebetteten System in Echtzeit umgesetzt.

    »Aus Gründen des Datenschutzes verwenden wir anstelle von kamerabasierten Systemen LiDAR-Sensoren, da sie Fußgänger als 3D-Punktwolken darstellen und diese somit nicht identifiziert werden können«, erklärt Dr. Dennis Sprute, Projektleiter und Wissenschaftler am Fraunhofer IOSB-INA. LiDAR-Sensoren (Light Detection and Ranging) senden Laserstrahlen zur Abstandsmessung aus und detektieren das zurückgestreute Licht. Aus der Laufzeit des Lichts wird die Entfernung zum Objekt, also zur Person, ermittelt. Diese Sensoren sind darüber hinaus robust gegenüber Beleuchtungs-, Spiegelungs- und Witterungseinflüssen. Ihre optimale Positionierung und Ausrichtung an der Ampelkreuzung wird im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geprüft. Zudem werden die KI-Algorithmen zunächst an zwei Ampelkreuzungen in Lemgo und Bielefeld eine Woche lang trainiert. Ebenfalls geplant sind Sensortests auf dem Gelände des Fraunhofer IOSB-INA bei verschiedenen simulierten Beleuchtungsbedingungen, um die Erkennungsleistung zu bestimmen.

    Mit einem bedarfs- und situationsgerechten Steuerungskonzept erhoffen sich die Forschungspartner, die Wartezeit bei hohem Personenaufkommen um 30 Prozent und die Anzahl gefährlicher verkehrswidriger Überquerungen um etwa 25 Prozent reduzieren zu können.

    Quelle: Fraunhofer Institut

  • FAIRTIQ Luftlinientarif jetzt auch in Karlsruhe

    FAIRTIQ Luftlinientarif jetzt auch in Karlsruhe

    Wie im Flug: FAIRTIQ und KVV starten Luftlinientarif jetzt auch in Karlsruhe

    Seit Dezember 2021 wird die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) noch einfacher: Der Verbund führt den Tarif KVV.luftlinie ein, bei dem der Fahrpreis nach der Luftlinien- Entfernung ermittelt wird. Die Fahrgäste müssen lediglich vor dem Einsteigen in Bus, Stadtbahn oder Zug über die FAIRTIQ-App auf dem Smartphone einchecken und nach dem Ausstieg wieder auschecken.

    „Einen echten Luftlinientarif einzuführen, war ein großer Wunsch unserer Fahrgäste, dem wir jetzt mit FAIRTIQ zusammen nachkommen konnten. Die kvv.luftlinie bietet gerade für die Kurzstrecke oder wabenübergreifende Verbindungen in unserem Netz eine kostengünstige und einfach zu bedienende Alternative zum Papierfahrschein“, sagt Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbunds.

    Die Kundinnen und Kunden benötigen keinerlei Tarifkenntnisse dank der innovativen In/Out-Lösung von FAIRTIQ . Sie können spontan losfahren, während das System anhand der Geodaten automatisch die Entfernung und den daraus resultierenden Preis ermittelt und abrechnet. Nach einmaliger Registrierung in der FAIRTIQ-App kann die KVV.luftlinie zusammen mit allen anderen Mobilitätsangeboten über KVV.regiomove genutzt werden. Eine Besonderheit des Tarifs „KVV.luftlinie” ist, dass Personen mit Bahncard 25% Rabatt auf jede Fahrt bekommen.

    Als Grundpreis kostet die LuftLinie 1,40 Euro pro Fahrt plus 22 Cent pro angefangenem Luftlinien-Kilometer. Ein sogenannter „Tagesdeckel“ stellt sicher, dass pro Tag nicht mehr als 10,80 Euro berechnet werden, egal wie viele Fahrten anfallen. Generell zahlen die Fahrgäste außerdem nie mehr als eine Sieben-Waben-Einzelfahrkarte. Umsteigen ist beliebig häufig und ohne Check-out und erneutes Check-in möglich innerhalb einer Fahrt, die nicht länger als 240 Minuten dauert.

    „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit dem KVV den Menschen in Karlsruhe und Umgebung wieder das Reisen per In/Out zu ermöglichen. Mit dem KVV vertrauen inzwischen drei Verbünde in Baden-Württemberg auf unsere Lösung – mit dem großen Vorteil, dass die FAIRTIQ-Kunden im KVV auch in anderen FAIRTIQ-Partnerregionen auf gewohnte Weise reisen können“, betont Gian-Mattia Schucan, FAIRTIQ-CEO.

    Neben der fairen Abrechnung profitieren FAIRTIQ-Nutzende in Karlsruhe vom Komfort des kontakt- und bargeldlosen Zahlens sowie von der wachsenden Ausbreitung der App: Einmal bei FAIRTIQ angemeldet, lässt sich die Anwendung auch außerhalb vom KVV in jeder Region nutzen, die das innovative Ticketing anbietet. Allein in Deutschland ist das bereits in zwölf Städten und Verkehrsverbünden der Fall – seit Anfang Dezember beispielsweise auch in ganz Nordrhein-Westfalen.

    FAIRTIQ Luftlinientarif
    Photo by Markus Winkler on Pexels.com

    Über FAIRTIQ

    FAIRTIQ ist ein innovatives Schweizer Start-up aus Bern mit dem Ziel, Reisen mit dem öffentlichen Verkehr so leicht wie möglich zu machen. Die von FAIRTIQ entwickelte und betriebene, gebührenfreie und nach strengen Qualitätskriterien akkreditierte Ticket-App & -Technologie kann bereits für den gesamten öffentlichen Verkehr in der Schweiz und in Liechtenstein sowie in Teilen Deutschlands und Österreichs genutzt werden. Mit über 41 Millionen Fahrten insgesamt ist sie die weltweit erfolgreichste Check-in/Check-out-Lösung, verfügbar für iPhone und Android. Die Partner von FAIRTIQ sind Verkehrsunternehmen und Verbünde. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) nutzen die von FAIRTIQ betriebene Technologie in ihrer eigenen App unter dem Namen Easy Ride und auch die österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) werden zukünftig die FAIRTIQ-Technologie in ihrer App nutzen. In Belgien und Frankreich laufen Pilotbetriebe.

    So funktioniert eine Reise mit FAIRTIQ

    Vor dem Einsteigen in Zug, Tram oder Bus checkt sich der Fahrgast in der App mit einer Wischbewegung ein. Damit hat er oder sie eine gültige Fahrkarte für den gesamten öffentlichen Verkehr in der entsprechenden Region. Am Zielort angekommen, beendet ein weiterer „Wisch“ die Kostenerfassung. Die App erkennt die gefahrene Strecke anhand der Standortermittlung und verrechnet das preisoptimale Ticket. Falls der Wert einer Einzelfahrt den Preis für eine Tageskarte übersteigt, zahlt der Kunde schlussendlich nur den günstigeren Tarif.

    Quelle: fairtiq

  • Digitale Transformation des ÖPNV steht ganz oben auf der Agenda

    Digitale Transformation des ÖPNV steht ganz oben auf der Agenda

    Öffentlicher Personennahverkehr – Planung, Betrieb, Vertrieb: alles muss digitaler werden.

    Nur noch acht Jahre bis Deutschland auch im Verkehrssektor die europäischen Klimaschutzziele erreicht haben muss. Um dies zu schaffen, ist eine umfangreiche Transformation der Mobilität auf allen Ebenen unausweichlich. Für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Branchenverband des öffentlichen Personen- und Schienengüterverkehrs, ist die konsequente Digitalisierung aller Prozesse dabei ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Dies wird im Rahmen des 2. VDV-Digitalgipfels, der heute als reine Onlineveranstaltung mit über 160 Teilnehmende stattfindet, deutlich.

    Die Branchenvertreter sehen dabei Digitalisierungspotenzial in allen Bereichen: von der Planung bei Bauvorhaben über die Optimierung betrieblicher Prozesse bis hin zu digitalen Angeboten für Fahrgäste. „Die digitale Transformation des öffentlichen Verkehrs erhöht den Komfort und den Nutzen für jede Kundin und jeden Kunden durch individuellere Angebote, einfacheren Ticketerwerb und eine passgerechtere Fahrgastinformation. Auch in den betrieblichen Abläufen, der Wartung und Instandsetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur oder bei der Planung und Durchführung von Baumaßnahmen steckt noch viel Digitalisierungspotenzial für die Branche. Das müssen wir schnellstmöglich angehen und nutzen. Denn mit Blick auf die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor bis 2030 müssen wir schneller werden. Und die Digitalisierung ist dabei ein wesentlicher Faktor für die Umsetzungsgeschwindigkeit und die Wirtschaftlichkeit unserer Projekte““, so VDV-Präsident Ingo Wortmann

    Daniela Kluckert, neue Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, macht zur Eröffnung des 2. VDV-Digitalgipfels deutlich, wo aus ihrer Sicht das größte Digitalisierungspotenzial des öffentlichen Verkehrs liegt: „Wir werden in dieser Legislaturperiode einen Fokus auf alles legen, was mit Daten zu tun hat: Vernetzte und nahtlose Mobilität, digitale Ausweise und Tickets und natürlich das autonome Fahren. Das alles sind Herausforderungen, aber noch größere Chancen. Für den Erfolg müssen alle Akteure zusammenarbeiten. Ich freue mich darauf.“

    Digitale Transformation des ÖPNV steht ganz oben auf der Agenda
    Photo by Niklas Jeromin on Pexels.com

    Datensouveränität als Grundvoraussetzung für attraktive Angebote
    Im Rahmen der Veranstaltung werden unterschiedlichste Themen der Digitalisierung des öffentlichen Verkehrs beleuchtet. Ein Aspekt wird jedoch von fast allen Teilnehmenden als besonders wichtig herausgestellt: die Datensouveränität. Für die VDV-Mitglieder ist ein Wettbewerb um Fahrgäste und Kunden nur gewährleistet, wenn die Verfügbarkeit und Weitergabe von Daten nicht einseitig zu Lasten der öffentlichen Anbieter erfolgt: „Die Verkehrsunternehmen wollen ihren Kunden durchgängige Buchungen ermöglichen und Echtzeitinformationen auch über Fahrzeugauslastungen zur Verfügung stellen. Dies geht aber nur, wenn sie souverän über die Daten entscheiden dürfen und nicht gesetzlich gezwungen werden ihre Daten anderen Marktteilnehmern zur Verfügung zu stellen, die dies im Gegenzug aber nicht tun müssen. Wir benötigen auf allen Ebenen faire Wettbewerbsbedingungen. Denn die digitale Transformation im Verkehr erreichen wir nur, wenn die Verbesserungen der Prozesse den Kundinnen und Kunden der bestehenden Unternehmen zugutekommen“, so Wortmann.

    Digitalisierungsoffensive beim Planen und Bauen
    Als sehr positiv und hilfreich bewertet die Branche die Ziele, die sich die neue Bundesregierung in Sachen Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung im Koalitionsvertrag gesetzt hat. Bei der geplanten Vereinfachung und Verkürzung von Planungsverfahren bei öffentlichen Bauvorhaben, zu denen auch die zahlreichen Projekte im ÖPNV und bei der Schieneninfrastruktur zählen, spielt die Digitalisierung ebenfalls eine zentrale Rolle. Hier gilt es aus Sicht des VDV nun schnell, die guten Ansätze des Koalitionsvertrags umzusetzen. „Für einen raschen Ausbau des Angebots im öffentlichen Verkehr ist eine Digitalisierungsoffensive für Schieneninfrastruktur und kommunales Bauen erforderlich. Hier setzen wir auf das Bundesministerium für Digitales und Verkehr, die Ausstattung und Schulung aller Prozessbeteiligten, wie z.B. Bundes- und Landesbehörden, Verkehrsunternehmen und Kommunen zur Nutzung von standardisierten, kooperativen digitalen Planungswerkzeugen wie Building Information Modeling  zu unterstützen“, so Wortmann abschließend.

    Quelle: VDV