Wirecard gewinnt DHgate als Neukunden für den internationalen E-Commerce

Patrick Upmann - Interim Manager und agiles Projektmanagement - E-commerce
Lesezeit: 2 Minuten

DHgate mit Sitz in China ist die weltweit größte Online-Großhandels-Plattform

  • DHgate verzeichnet alle drei Sekunden eine Transaktion auf seinen globalen E-Commerce-Webseiten 
  • Wirecard wird künftig das Acquiring für DHgates Exklusivpartner Camel Financial übernehmen

Wirecard, der global führende Innovationstreiber digitaler Finanztechnologie, und DHgate, der weltgrößte Online-Wholesale-Marktplatz, sind eine Partnerschaft eingegangen, um digitale Zahlungen außerhalb Chinas zu ermöglichen. DHgate ist die führende chinesische B2B- und B2C-E-Commerce-Plattform. Sowohl Geschäfts- als auch Endkunden können Waren direkt vom Hersteller für einen günstigeren Preis als im Einzelhandel beziehen. Wirecard bietet Camel Financial, dem exklusiven Partner von DHgate im Bereich Finanzlösungen, künftig Acquiring-Lösungen. Damit wird eine breite Auswahl an Zahlungsmethoden für Waren akzeptiert, die auf der DHgate-Plattform angeboten werden. 

DHgate wird von 1,6 Millionen Anbietern weltweit genutzt und vernetzt sie mit mehr als 10 Millionen Unternehmenskunden sowie mehr als 16 Millionen Endverbrauchern in über 230 Ländern und Gebieten. DHgate ist speziell auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Einzelhändler weltweit ausgerichtet und bietet eine Komplettlösung für Unternehmen, die einen globalen Kundenmarkt erreichen wollen. DHgate umfasst das gesamte Ökosystem von internationaler Logistik bis hin zur Zahlung. Im Ergebnis werden damit die Markteintrittsbarrieren für kleine und mittelständische Unternehmen gesenkt, um global zu expandieren. 

Mehr als 30 Millionen verschiedene Produkte sind auf DHgate verfügbar, wobei eine breite Auswahl an Kategorien abgedeckt wird: Kleidung und Accessoires, Computer und Netzwerktechnik, Unterhaltungselektronik, Spielzeug und Hobby, Gesundheit und Beauty, Auto und vieles mehr. DHgate verzeichnet alle drei Sekunden eine Transaktion. Zusätzlich zu den Zahlungslösungen unterstützt Wirecard zukünftig Camel Financial mit Kredit- und Factoring-Dienstleistungen. 

Juanita Lee, Director of Global Partnerships bei Camel Financial: „Wir freuen uns über die neue Kooperation mit Wirecard, weil wir stets bestrebt sind, die finanziellen Bedürfnisse unserer E-Commerce- und Handelskunden in jeder Hinsicht zu erfüllen. Unsere Integration in das Wirecard-Ökosystem und seine technische Infrastruktur erlaubt es uns, die Erwartungen unserer Kunden auch zukünftig immer wieder zu übertreffen und ein noch offeneres und eng verbundenes internationales Handelsnetzwerk zu schaffen.“ 

Georg von Waldenfels, EVP Group Business Development bei Wirecard, kommentiert: „Wir sehen ein großes Potenzial in der Zusammenarbeit mit Camel Financial und in der Integration unserer digitalen Lösungen in DHgate, eine der führenden E-Commerce-Plattformen weltweit. Als führender Anbieter digitaler Finanztechnologie sind wir stolz, unsere Lösungen Millionen von Anbietern und Händlern auf der DHgate-Plattform zur Verfügung zu stellen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Camel Financial weitere Dienstleistungen für DHgate und andere chinesische und internationale E-Commerce-Webseiten zu entwickeln.“

Quelle: Wirecard

TWINT Kunden können mit Apple Pay bezahlen

Patrick Upmann - Interim Manager und agiles Projektmanagement - E-commerce
Lesezeit: 1 Minute

Das wird die 850’000 registrierten TWINT Nutzer freuen.

Durch das Einlenken von Apple erhält TWINT die Möglichkeit, das Überlagern der TWINT Bezahllösung durch «Apple Pay» zu verhindern. Bis vor Kurzem konnte es noch vorkommen, dass «Apple Pay» TWINT Kundinnen und Kunden am Kassenterminal aus dem Bezahlprozess ausschloss. Apple erlaubt TWINT nun, die TWINT App so zu gestalten, dass «Apple Pay» diese nicht mehr behindert. Im Übrigen steht «Apple Pay» den Kundinnen und Kunden jederzeit wie gewohnt zur Verfügung.

Eine Anhörung der beiden Parteien vor der WEKO am 10. Dezember dieses Jahres in Bern wurde dadurch hinfällig. TWINT hatte am 27. Juni 2017 Klage gegen den US-Konzern wegen des Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung eingereicht. Diese Klage beinhaltete jedoch nicht die NFC-Schnittstelle auf iPhones, deren Nutzung durch andere Apps von Apple verhindert wird.

Søren Mose, Verwaltungsratspräsident von TWINT, sagt dazu: «Wir begrüssen es sehr, dass Apple seine Wettbewerber in der Schweiz nicht länger diskriminieren will. Die Freigabe der NFC-Schnittstelle auf iPhones, wie bei Android, ist damit aber immer noch nicht erfolgt. Es wäre wünschenswert, dass Apple diese Schnittstelle komplett für den Wettbewerb freigibt.»

Markus Kilb, CEO von TWINT, ergänzt: «Durch diese Einigung wird die Behinderung durch Apple aufgehoben. Dadurch können wir unseren Kundinnen und Kunden einen ungestörten Einsatz von TWINT am Kassenterminal bieten. Wir arbeiten weiterhin intensiv daran, unser Produkt stetig zu erweitern.»

Quelle: Twint

Otto Group Digital Solutions (OGDS), der Company Builder der Otto Group, launcht mit odc eine Plattformlösung für Fulfillment und Retouren

E-Commerce - Patrick Upmann
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Die Otto Group Digital Solutions (OGDS), der Company Builder der Otto Group, launcht mit odc (ondemandcommerce.com) eine Plattformlösung für Fulfillment und Retouren, die sich an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) richtet. Kunden profitieren von umfangreichen Services auf Enterprise-Niveau – jedoch ohne monatliche Grundgebühr, ohne Setup-Kosten und schon ab einem Paket pro Tag.

Damit erreicht odc eine Zielgruppe, der der Zugang zu Services der etablierten Fulfillment-Player zum Beispiel aufgrund von Mindestvolumen bisher verwehrt blieb. Gleichzeit bietet das Technologieunternehmen das Potential, Teil von Marktplatzstrategien großer Plattformen zu werden und die Anforderungen an das Fulfillment zu erfüllen.

Plug&Play-Fulfillment für schnelles Wachstum

Mit odc wird der Einstieg in das Online-Geschäft einfach wie nie: Neben einem transparenten Preismodell, das eine vollständig volumenabhängige Abrechnung ermöglicht, bietet odc ein unkompliziertes Onboarding, bei dem das Go-Live innerhalb weniger Tage erfolgt. Möglich wird dies durch die Kombination einer smarten CloudSoftware mit leistungsfähiger physischer Lager- und Versandlogistik. odc bindet nach Plug&Play-Prinzip alle wichtigen Komponenten wie Händler-ERP- und -Shops, Marktplätze und Paketdienstleister über integrierte Schnittstellen an die eigene Plattform an.

„Mit unserem Plattformansatz lösen wir die Herausforderungen von kleinen und mittleren Händlern, die sich dynamisch entwickeln wollen. Egal, ob ein oder tausend Pakete pro Tag – dank der digitalisierten Prozesse können wir problemlos skalieren und bieten eine Lösung, die mit dem Auftragsvolumen unserer Kunden mitwächst“, sagt Christian Athen, Geschäftsführer und einer der drei Gründer von odc. odc konnte bereits 60 Kunden gewinnen, darunter Startups aus der Fashion-, Food-, Home- und Living-Branche.

„odc ist ein gutes Beispiel für unsere Investitionen in Neugründungen entlang der Wertschöpfungskette der Otto Group. Mit dem offenen Technologieansatz von odc haben wir das Potential, einen neuen Wachstumstreiber für handelsnahe Logistik-Dienstleistungen innerhalb der Gruppe aufzubauen“, sagt Sebastian Klauke, Chief Digital Officer der Otto Group und Beiratsmitglied der OGDS.

Reichweite der Großen plus eigenes Branding

Neben der Anbindung des eigenen Online-Shops unterstützt odc die Händler und Marken auch beim Verkauf über reichweitenstarke Marktplätze wie Amazon. odc erfüllt u.a. die Vorgaben für Amazons „Prime by Merchant“ (Prime durch Verkäufer), das heißt, die Ware der Kunden wird in den odc Logistikstandorten gelagert und von dort bis 16 Uhr noch am gleichen Tag ausgeliefert. Mit einem großen Unterschied: Die Kartonage kann im Design des Kunden gebrandet und durch zusätzliche MarketingMaterialien wie Beileger ergänzt werden. Weiterer Pluspunkt: Es kommen allein die Produkte des Kunden in den Karton – so wird die Designer-Tasche eines jungen Mode-Labels nicht mit der Klobürste eines anderen Marktplatz-Verkäufers verschickt. Durch die unabhängige Lösung verringern Händler die Abhängigkeit von Amazons Preisanpassungen und können die eigene Marke besser aufbauen.

Netzwerkeffekt statt hohe Lagerkosten

Auch die Prozesse der Lagerhaltung werden mit Hilfe der Plattform digitalisiert: odc arbeitet nicht mit eigenen Logistikstandorten, sondern baut stattdessen ein Warehouse-Netzwerk aus Drittanbietern auf. Das odc Warehouse-Netzwerk minimiert Kosten für Leerstände und Freikapazitäten. Damit kann odc schnell und flexibel auf die Anforderungen seiner Kunden eingehen und sich je nach Bedarf hinsichtlich Kapazitäten, Produktkategorien und Lagerstandorten weiterentwickeln. Gleichzeitig bietet das Startup Lösungen für sich ändernde Kundenansprüche wie Same Day Delivery. Auch Zukunftsthemen wie „Micro Warehousing“ in Innenstädten lassen sich mit dem Warehouse-Hub von odc perspektivisch realisieren.

Company Building in der Otto Group

Gestartet wurde odc von dem dreiköpfigen Gründerteam Christian Athen (CEO), Torben Lenhart (COO) und Torben Irmer (CTO). Alle drei blicken auf eine Karriere im Logistik- und E-Commerce-Umfeld zurück und vereinen bei odc ihre Erfahrungen aus der Startup- und Konzernwelt. Mit dem hauseigenen Ansatz des Company Buildings baut die Otto Group mit der OGDS eigenständige B2B-Geschäftsmodelle, die die digitale Zukunft des Konzerns mitgestalten. Dafür vereint OGDS die innovativen Ideen und den Unternehmergeist der Startup-Welt mit den bestehenden Assets der Otto
Group.

Quelle: Otto Group

Kundenauthentifizierung wird ab 2019 beim Online-Einkauf verpflichtend

Patrick Upmann - Interim Manager und agiles Projektmanagement - E-commerce
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Umfrage unter europäischen Händlern zeigt, dass die Mehrheit die neuen Bezahlstandards noch nicht kennt, die im September 2019 in Kraft treten werden

Frankfurt am Main, 13. Dezember 2018 – Der digitale Handel wächst rasant und ist für viele Händler zu einem wichtigen Standbein geworden. Doch wie eine Mastercard-Umfrage ergeben hat, kennen sich 75 Prozent der Online-Händler in Europa bisher noch nicht mit den neuen Sicherheitsstandards aus, die nächstes Jahr in Kraft treten werden.[1]

Das Sicherheitsprotokoll EMV 3-D Secure 2.0 (oder EMV 3DS) wurde mit dem Ziel entwickelt, die Abwicklung des digitalen Zahlungsverkehrs noch einfacher und sicherer zu machen. Der neue Branchenstandard ermöglicht die starke Kundenauthentifizierung und unterstützt neue Technologien wie die biometrische Authentifizierung. Doch trotz der bevorstehenden Änderungen, haben sich bislang erst 14 Prozent der befragten europäischen Online-Händler auf die Anforderungen der starken Kundenauthentifizierung eingestellt und ihre Systeme auf den neuesten Stand gebracht. 51 Prozent der Befragten gaben an, dass sie frühestens im September 2019 mit der Umsetzung beginnen werden oder sich noch gar nicht mit dem Thema befasst haben.

Ab September 2019 wird die starke Kundenauthentifizierung verpflichtend im Rahmen der PSD2-Richtlinie umgesetzt.  Dann müssen innereuropäische „Card not present“-Zahlungen, die nicht unter eine der diversen Ausnahmeregelungen fallen, ohne 3-D Secure-Absicherung von Kartenherausgebern abgelehnt werden, um die regulatorischen Vorgaben des Gesetzgebers zu erfüllen. Darauf sollten sich Online-Händler vorbereiten und folgende Punkte noch vor dem Sommer 2019 in Angriff nehmen:

  1. Um Kundenbeschwerden zu vermeiden , sollten sich Händler frühzeitig über die neuen Verfahren der starken Kundenauthentifizierung informieren und sich an ihren Acquirer oder Payment Service Provider wenden, um sicherzustellen, dass ihr Unternehmen für Identity Check registriert ist.
  2. Die Verbraucher sollten ebenfalls vorbereitet werden und sich mit den neuen Verfahren vertraut machen. Kunden sollten frühzeitig über die anstehenden Veränderungen informiert und die Vorteile des neuen Bezahlprozesses (keine Notwendigkeit mehr, sich Passwörter zu merken und ein zu erwartender Rückgang bei betrügerischen Transaktionen) hervorgehoben werden.

Die kartenherausgebenden Banken werden parallel dazu ihre Karteninhaber auffordern, sich bei Mastercard Identity Check zu registrieren und verbesserte Authentifizierungsverfahren anbieten. Dazu gehört unter anderem auch die biometrische Authentifizierung.

Mit Mastercard Identity Check bietet Mastercard eine neue Authentifizierungslösung und eine einfache Möglichkeit, den neuen EMV 3-D Secure-Standard zu unterstützen und erweiterte Sicherheitslösungen zu nutzen, um potenzielle Risiken auszuschließen. Sie funktioniert reibungslos auf den unterschiedlichsten Geräten und ermöglicht eine unterbrechungsfreie Ein-Klick-Bezahlung. Kunden können so schnell und einfach ihre Identität verifizieren, während sie beispielsweise ihr Smartphone für Online-Shopping nutzen. Mit dem Verfahren wird beim digitalen Einkauf nicht nur Zeit gespart, es verbessert auch die Sicherheit und sorgt für ein komfortables Einkaufserlebnis mit deutlich geringeren Abbruchraten beim Online-Einkauf. Identity Check erfüllt zudem die regulatorischen Anforderungen der EU an eine starke Kundenauthentifizierung.

Carsten Mürl, Director Produktmanagement für Sicherheitslösungen bei Mastercard, sagt: „Der digitale Handel nimmt rasant zu. Diese positive Entwicklung stellt Online-Händler jedoch auch vor die Herausforderung, Online-Transaktionen stets sicher und ohne Unterbrechungen abzuwickeln. Bereits im September haben wir die erste erfolgreiche EMV 3DS-Transaktion durchgeführt. Die Identity Check-Lösung unterstützt den 3DS-Standard und bietet dynamische Passwörter und biometrische Verfahren wie Fingerabdruck-, Gesichts-, Iris- und Spracherkennung in Echtzeit. Wir gehen davon aus, dass sich die biometrischen Authentifizierungsverfahren am Markt durchsetzen werden. Sie machen den Bezahlvorgang noch einfacher und sicherer.”

Während die betrügerischen Transaktionen mit Karte im stationären Handel weiter rückläufig sind, gehen den aktuellen Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge 73 Prozent der Betrugsschäden auf den Online-Kanal zurück. Erste Ergebnisse einer Pilotphase mit Erstanwendern von Mastercard Identity Check zeigen, dass sich der Online-Betrug in vielen Fällen mit der neuen Lösung vermeiden lässt. Gleichzeitig ermöglichen die neuen Verfahren höhere Autorisierungsraten und reduzieren fälschlicherweise abgelehnte Zahlungen. Das führt nicht nur zu einer verbesserten Nutzererfahrung, sondern trägt auch zu höheren Gewinnen bei Händlern und Kartenherausgebern bei.

Mit 3-D Secure 2.0 können deutlich mehr Daten zwischen Händlern und Kartenherausgebern ausgetauscht und so bessere Risikoentscheidungen getroffen werden. Das neue Sicherheitsprotokoll ist sowohl für den Einsatz im Web als auch in Apps geeignet und wird neue Maßstäbe im Bereich der Authentifizierung setzen.

Quelle: MasterCard

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Über Mastercard

Mastercard (NYSE: MA) ist ein internationales Technologieunternehmen im Zahlungsverkehr. Unser globales Zahlungsabwicklungsnetzwerk verbindet Mastercard Kartenbesitzer, Banken, Händler, Regierungen und Unternehmen in über 210 Ländern und Gebieten. Die Produkte und Leistungen von Mastercard gestalten die alltäglichen Handelsgeschäfte für alle Beteiligten einfacher, sicherer und effizienter. Das gilt für Einkaufen und Reisen ebenso wie für Unternehmensführung und die Verwaltung von Finanzen. Folgen Sie uns auf Twitter @MastercardDE, reden Sie mit im Beyond the Transaction Blog und abonnieren Sie die neuesten Nachrichten im Engagement Bureau.

[1] In der nicht repräsentativen Umfrage von Mastercard wurden im Zeitraum von September bis November 2018 insgesamt 327 Online-Händler in 17 europäischen Ländern befragt.

PwC-Paketstudie: Kunden erwarten neue Services für Paketzustellung – und sind bereit, dafür extra zu zahlen

Lesezeit: 4 Minuten

Kunden wollen Flexibilität: 65 Prozent der Deutschen ist die Paketzustellung innerhalb eines selbst gewählten Zeitfensters wichtig / Dafür würden vier von zehn Bundesbürgern einen Aufpreis von durchschnittlich 2,40 Euro zahlen / Sollte die Lieferung standardmäßig nur noch an den Paketshop gehen, würde jeder Zweite durchschnittlich 2,77 Euro extra für die Haustürzustellung zahlen / Zwei Drittel lehnen „Anbieter-Monopol“ auf der letzten Meile ab

Düsseldorf, 14. Dezember 2018

Alle Jahre wieder: Der boomende Onlinehandel stellt Post- und Paketdienstleister in der Vorweihnachtszeit vor große Herausforderungen. Die Anzahl der Paketsendungen schießt in die Höhe und die Verbraucher werden immer anspruchsvoller: Sie erwarten einen flexiblen, schnellen und umweltfreundlichen Versandservice. Für zwei Drittel der Deutschen ist dabei die Zustellung innerhalb eines selbst gewählten Zeitfensters wichtig. Vier von zehn Bundesbürgern würden dafür einen Aufpreis von durchschnittlich 2,40 Euro in Kauf nehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Flexibel, schnell, umweltfreundlich: Wege aus dem Paketdilemma“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), für die 1.000 repräsentativ ausgewählte Bürger befragt wurden.

„Konsumenten sind sich zunehmend bewusst, dass Paketlieferungen kein freies Gut sind. Sie nehmen durchaus Qualitätsunterschiede wahr und sind bereit, für flexible, zuverlässige, schnelle und umweltfreundliche Leistungen zu bezahlen. Für Logistiker und Onlinehändler eröffnet dies neue Optionen: Sie müssen sich nicht alleine über den Preis differenzieren, sondern können auch durch ihre Leistung punkten.“Dietmar Prümm, Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland

Kunden ist Flexibilität wichtiger als Schnelligkeit

Ein hohes Maß an Flexibilität ist für die Verbraucher tendenziell wichtiger als die reine Liefergeschwindigkeit; zudem sind sie an Lieferservices interessiert, die bislang noch nicht einheitlich angeboten werden. 64 Prozent wünschen sich, dass der Paketbote an der Haustür Retouren entgegennimmt; 63 Prozent legen Wert auf die Auswahl zwischen verschiedenen Paketdienstleistern beim Bestellvorgang. Und auch für diese neuen Services sind Verbraucher bereit zu zahlen: 36 Prozent der Befragten würden für die Mitnahmen von Retouren durchschnittlich 2,22 Euro bezahlen, immerhin 23 Prozent ist die Auswahl zwischen verschiedenen Paketdienstleistern durchschnittlich 2,21 Euro wert.

Schnelle Lieferungen stehen nicht so hoch in der Gunst der Verbraucher. Zwar wünscht sich die Mehrheit der Deutschen, ihre Bestellung am nächsten Tag (59 Prozent) zu empfangen, dennoch halten gerade einmal 26 beziehungsweise 17 Prozent der Befragten eine Zustellung am selben Tag oder gar innerhalb von zwei Stunden für wichtig. Dafür liegt die Zahlungsbereitschaft mit Werten zwischen 2,74 Euro (Zustellung am nächsten Tag) und 5,19 Euro (Belieferung innerhalb von zwei Stunden) vergleichsweise höher, wenngleich unter den derzeitigen Marktpreisen für solche Services.

„Aus den zunehmend hohen und teils volatilen Anforderungen der Kunden ergeben sich neue Chancen für die Paketdienste, die mit differenzierten Belieferungsservices, verbunden mit einer ausgewogenen Preisstrategie, punkten können.“Prof. Dr. Nikolas Beutin, Leiter der Customer Practice bei PwC Deutschland

Hohe Akzeptanz für Abholung in Paketshops

Der mit Abstand größte Teil aller Pakete wird bislang an die Haustür des Endkunden geliefert. Bemerkenswert ist dabei das Befragungsergebnis, dass jeder Zweite grundsätzlich bereit wäre, seine Pakete in einem Paketshop oder an einer Packstation abzuholen, sofern dies zum Standard werden sollte. In diesem Szenario ist der Hälfte der Befragten die Lieferung nach Hause durchschnittlich 2,77 Euro wert.

„Für die Paketdienste ist die Haustürzustellung mit hohem Aufwand verbunden, insbesondere wenn mehrere Zustellversuche unternommen werden müssen. Direkte Lieferungen an Paketshops und Packstationen sind eine Alternative, um die Effizienz der Zustellung zu verbessern. Dazu muss dieses Angebot aber noch attraktiver gemacht werden“, erklärt Dietmar Prümm. Drei von vier Befragten dieser Gruppe fordern entweder ein besseres Netz von Paketshops und Packstationen oder längere Öffnungszeiten.

Ein weiterhin diskutiertes Konzept auf der Suche nach einem optimalen Versandservice in den Innenstädten besteht darin, die Belieferung auf der kostspieligen letzten Meile einem einzigen neutralen Anbieter zu übertragen. Dieses Konzept stößt jedoch in der Bevölkerung auf wenig Zustimmung: Zwei von drei Befragten lehnen dies ab. Sie befürchten vor allem Einbußen beim Service (48 Prozent) und höhere Preise (42 Prozent).

Verbraucher legen Wert auf Umweltschutz

Auch der Umweltschutz spielt für viele Verbraucher eine Rolle: 63 Prozent halten eine CO2-neutrale, schadstoff- und geräuscharme Belieferung für wichtig. Aber nur jeder dritte Befragte ist bereit, für den umweltfreundlichen Transport eines Pakets einen Aufpreis in Höhe von durchschnittlich 2,34 Euro zu bezahlen. Bemerkenswert in dem Zusammenhang: Nachhaltigkeit ist gerade den jüngeren Konsumenten wichtig und ihre Zahlungsbereitschaft dementsprechend höher. Wenn es um die Unterstützung umweltfreundlicher Transporte geht, sieht nur jeder zehnte Deutsche die Verbraucher in der Pflicht. Stattdessen verweisen 42 Prozent der Befragten auf die Händler. 32 Prozent wollen die Paketdienste in die Verantwortung nehmen.

„Nicht nur der Kundenwunsch, auch Umweltauflagen sollten Händler und Paketdienste veranlassen, die letzte Meile durch entsprechende Flotten- und Distributionsstrukturen umweltfreundlich zu gestalten. Aber auch der Endkunde kann durch sein Bestell- und Rücksendeverhalten zu einem nachhaltigen Onlinehandel beitragen.“Hendrik Fink, Leiter Sustainability Services bei PwC Deutschland

Neue Services entwickeln – gemeinsam mit dem Onlinehandel

Dietmar Prümm resümiert: „Ob sich die Investitionen in neue Zustellservices und nachhaltige Logistikkonzepte rechnen, hängt letztlich auch davon ab, ob Paketdienste gemeinsam mit den Onlinehändlern neue Services entwickeln und erfolgreich beim Konsumenten platzieren können. Eines zeichnet sich allerdings ab: Ohne differenziertere Belieferungsservices, verbunden mit einer ausgewogenen Preisstrategie sowie der dafür nötigen nachhaltigen Flotten­ und Distributionsstruktur, bleiben die Chancen ungenutzt, die sich mit den zunehmend ändernden Anforderungen der Kunden ergeben.“ 

Quelle: PwC

Zur Studie:
Paketstudie