Mobility inside launcht erste App-Version – Vernetzungsprojekt startet mit vier Tarifen
Mobility inside launcht erste App-Version – Vernetzungsprojekt startet mit vier Tarifen

Mobility inside launcht erste App-Version – Vernetzungsprojekt startet mit vier Tarifen

Lesezeit: 4 Minuten

Mobility Inside – Durchbruch bei Vernetzung der ÖV-Branche / Partner bieten technisch identische Apps mit regionalspezifischen Namen und Icons / Einzel- und Tageskarten direkt in der App / Deutschlandweite Verbindungsauskunft – multimodal und mit Echtzeitdaten / Weiterentwicklung in schnellen Schritten

Erstmals in Deutschland und vermutlich auch Europa steht Fahrgästen eine unternehmens- und verkehrsmittelübergreifende App zur Verfügung, die „Informieren, Buchen und Bezahlen“ aus einer Hand anstrebt: Ab dem 4. April 2022 stellt Mobility inside nach intensiver Vorbereitung die erste App-Version in die Stores. Den Fahrgästen stehen vom Namen her verschiedene, aber technisch identische Anwendungen zur Verfügung, die ab sofort genutzt und ausgiebig getestet werden können. Ziel ist, deutschlandweit nur eine einzige App für alle Reisen mit Bus und Bahn, Bike- und Carsharing zu benötigen. Die Apps der in der ersten Phase teilnehmenden Partner heißen:

  • RMV.Deutschland (Rhein-Main-Verkehrsverbund)
  • MVG Deutschland (Münchner Verkehrsgesellschaft)
  • dTicket (BOGESTRA)
  • DOplus (DSW21)
people walking on train station
Photo by Markus Spiske on Pexels.com

Mobility inside – Zum Marktstart mit dabei sind die Tarife von Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV), Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sowie Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Jede App kann Fahrkarten der jeweils anderen verkaufen, umfasst also alle vier Tarife.

Schrittweise wird diese App-Version um zusätzliche Funktionen, Tarife und Partner erweitert und kontinuierlich optimiert, um schließlich auf die komplette ÖPNV- und Mobilitätsbranche ausgerollt zu werden. Gerade auch kleinere Verkehrsunternehmen können bei Mobility inside mitmachen – dafür sorgt die technische wie organisatorische Gestaltung des Projekts.

Mit der nun gelaunchten App können Fahrgäste Einzel- und Tageskarten für Erwachsene zum Regeltarif erwerben, im MVV-, RMV- und VRR-Gebiet auch Kurzstrecken-Tickets. Der Verkauf des Tarifs im Schienennahverkehr sowie von DB-Fernverkehr erfolgt vorerst per Link zum DB-Navigator.

Die deutschlandweite Verbindungsauskunft zu Bus und Bahn umfasst die Angabe von Echtzeitdaten und ist zudem multimodal: Mit dabei sind die Sharing-Angebote von ShareNow, Miles, Tier, Call a Bike, nextbike und MVG Rad.

Fahrgäste müssen sich vor Nutzung der App registrieren, da die Anwendung in dieser Form neu ist. Dies gilt auch, wenn sie bereits bei einem der Partner einen Account haben. Die Abrechnung erfolgt nach Buchung der Fahrkarten per Lastschrift.

Maßgeblich unterstützt wurde die Realisierung der Mobility inside-App vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr, welches mit 10,3 Millionen Euro die Hälfte der Kosten im Rahmen des Förderprojekts “Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme” förderte.

Bei Mobility inside handelt es sich um die erste vergleichbare App überhaupt in Deutschland. Der Erfolg dieses Launches hängt auch von einer regen Nutzung durch die Fahrgäste ab. Denn so können technische Hürden schneller erkannt und beseitigt werden und die Nutzerfreundlichkeit weiter verbessert werden: Die bei der ersten Produktivversion erwarteten Anregungen von Nutzerinnen und Nutzern für die Optimierung von technischen Funktionen und Handling werden gesammelt und bei der Weiterentwicklung berücksichtigt. Gleichzeitig sind diese ersten App-Versionen auch ein Aufruf an alle Unternehmen der ÖV-Branche, sich an diesem Leuchtturmprojekt zu beteiligen.

Stimmen zum Start der Mobility inside-Apps

Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr:

Eine App für die gesamte Reisekette im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, lückenloses Routing und Ticketing für ganz Deutschland und digital gebündelte multimodale Bus-, Bahn- und Sharing-Angebote – da wollen wir hin. Mit „Mobility inside“ geht heute eine starke Plattform an den Start, die genau auf die Vernetzung der 600 im VDV organisierten Verkehrsunternehmen abzielt. Entwicklung und Marktstart haben wir mit rund 10 Millionen Euro aus unserem Programm “Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme” gefördert. Jetzt sind die Unternehmen und Verkehrsverbünde aufgefordert, bei “Mobility inside” mitzumachen! Nur so können wir flächendeckend Nutzerinnen und Nutzer erreichen.

Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn:

Für das anvisierte Wachstum im Fahrgastmarkt ist entscheidend, dass wir Kundinnen und Kunden von Start bis Ziel ihrer Wege ein durchgängiges Mobilitätsangebot machen. Voraussetzung dafür ist, dass das öffentliche Mobilitätsangebot für die Nutzenden als Gesamtangebot empfunden wird. Deshalb sind wir Gesellschafter von Mobility inside, unterstützen auch technisch in zentraler Rolle, und natürlich ist auch der FV-Tarif im Paket dabei. Mit dem heutigen Launch kommen wir einen guten Schritt voran.

Ingo Wortmann, VDV-Präsident, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und Geschäftsführer Mobilität der Stadtwerke München (SWM):

Mit dem Start der ersten Mobility inside-Apps bricht in unserer Branche ein neues Zeitalter an. Wir lassen unseren Worten Taten folgen und nutzen die Chancen der Digitalisierung. Fahrgäste können sich über Anbieter und Verkehrsmittel hinweg informieren, aber zunehmend auch buchen und bezahlen. Mit den Verbundtarifen der derzeit teilnehmenden Partner erreicht Mobility inside bereits 40% der Einwohner in Deutschland. Weitere Verbundtarife und Angebote sollen zeitnah folgen, darunter die Tiefenintegration des DB-Fernverkehrstarifs für direkte Buchung in den Regionen sowie von Sharing-Anbietern. Damit bündeln wir die Angebote jenseits des eigenen Pkws und erweitern unsere Zielgruppen und Marktchancen erheblich.

Prof. Knut Ringat, VDV-Vizepräsident und Geschäftsführer sowie Sprecher der Geschäftsführung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes:

Der Start von Mobility inside, davon bin ich überzeugt, wird eine Lawine ins Rollen bringen. Je mehr Unternehmen mitmachen, desto mehr Fahrgäste, Aufsichtsräte und Unternehmen werden dabei sein wollen. Die Veröffentlichung der ersten Mobility-inside-Version ist ein Durchbruch für das Projekt, für die Vernetzung der ÖV-Branche und ein Baustein für die Mobilitätswende. Informieren, Buchen und Bezahlen macht die Nutzung von Bahn, Bus und Sharingangeboten so einfach, dass die Menschen gerne mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Im RMV haben wir deshalb auch schon den nächsten Schritt im Blick und werden 2023 Mobility inside in unsere RMV-App integrieren.

Über Mobility inside

Nur eine einzige App für alle Reisen mit Bus, Bahn und Sharing-Angeboten – und das deutschlandweit. Das ist das Ziel des branchenweiten Vernetzungsprojekts Mobility inside. Eine digitale Plattform verknüpft Fahrplaninformationen, Tarife und die Abrechnung. Fahrgäste profitieren dann von “Informieren, Buchen und Bezahlen” aus einer Hand. Rund 200 Akteure, vom privaten und öffentlichen Verkehrsunternehmen bis hin zu Bürgerbusvereinen, haben im Vorfeld ihr Interesse an einer Partizipation bekundet. Im Herbst 2019 wurde Mobility inside als Gesellschaft gegründet und ein mehr als einjähriger Test eines App-Piloten mit rund 2.000 Fahrgästen gestartet.

Innerhalb des Projekts verantworten die Stadtwerke München insbesondere das Routing, also die Fahrtenbildung. Der RMV stellt das Hintergrundsystem für die Ausgabe von Fahrkarten und deren Abrechnung zur Verfügung, und die DB-Tochter Mobimeo bringt ihr Know-how zur Gestaltung des Frontends der Apps sowie der Schnittstellentechnik ein.

Die 13 Mobility inside-Gesellschafter

Aktiv Bus Flensburg, Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), Bentheimer Eisenbahn, Bochum Gelsenkirchener Straßenbahnen (BOGESTRA), Deutsche Bahn, Dortmunder Stadtwerke (DSW 21), Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Mainzer Verkehrsgesellschaft (Mainzer Mobilität), Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV), Rhein-Neckar Verkehr (rnv), Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Stadtwerke München (SWM), Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG).

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